Review: Gran Turismo 5
Die Marke Gran Turismo ist mehr als eine Spieleserie, es ist schon eher ein Meisterwerk. Dieses Privileg bekommt man nicht umsonst, denn die Games setzten neue Maßstäbe im Racing-Sim Markt.
Nach jahrelanger Entwicklung hat es jetzt Gran Turismo 5 aus der Garage geschafft und in der Zwischenzeit ist aber die Konkurrenz ebenso mitgewachsen. Ist GT5 ein ehrwürdiger Nachfolger der beliebten Serie? Lebt das Spiel nur von seinem Namen? Mehr dazu in unserem rasanten Review.
Gran Turismo 5 folgt der Rennspiel Tradition auf Schritt und Tritt: Alles dreht sich um Autos, deren Geschichte und deren Individualität. Diesmal wurde das Spiel aber noch in einen A-Spec und in einen B-Spec Mode geteilt, die zwei verschiedene Gameplay Aspekte abbilden. Während man im A-Spec die Zügel – oder besser gesagt das Lenkrad – selbst in die Hand nimmt, übernimmt man im B-Spec Mode die Rolle eines Team Managers. Man kann hier sein eigenes Team aufbauen und seinen Fahrern diverse Tipps geben.
Wie man unschwer erkennen kann ist hier das Gameplay eher passiv und man hat keine direkte Steuerung über das Auto. Generell gesehen wirkt der B-Spec Mode zwar ausgereift, allerdings fokussiert sich das Spiel nicht allzu sehr darauf. Daher sehen wir uns hauptsächlich nur das an worum es geht: Schnelle Autos und adrenalingeladene Rennen – also jene Aspekte, die zum A-Spec passen.
Hat man einmal ein Gran Turismo oder ein ähnliches Racinggame gespielt, so wird man sich mit den Mechaniken sehr vertraut fühlen. Es gibt verschiedene Klassen, hinter denen sich viele verschiedene Rennen verbergen. Zur Abrundung nimmt jedes Race ein individuelles Thema in Angriff: Beispielsweise sind in manchen Rennen nur kleine japano Flitzer erlaubt, in anderen nur Oldtimer.
Neu ist, dass man für die Rennen keine Rennlizenz mehr benötigt, die man sich damals durch verschiedene Renntests erkämpfen musste. Man findet zwar weiterhin den Lizenztest im Spiel, allerdings wurde ein Levelsystem eingeführt!
Manche Rennen benötigen eben ein bestimmtes Einstiegslevel, damit man daran teilnehmen kann. Je mehr Veranstaltungen man gewinnt, umso schneller steigt man im Level. So einfach ist das. Wie man sieht hat sich nicht allzu viel vom Kern verändert, auch das Fahrverhalten ist total realistisch geblieben. Hinzugefügt wurden unter anderem auch Stadtstrecken (zB: Rom) und neue Rennstrecken (zB: Monza).
Anfänger können durch Zuschalten von Fahrhilfen allerdings auch einen leichten Einstieg in Gran Turismo 5 finden – Profis schalten natürlich alles ab. Gran Turismo 5 führt übrigens auch spezielle Events ein, die sich von den normalen Rennen unterscheiden. Bei den Events kann man GoKart, Rally, Nascar und mit vielen anderen Klassen fahren. Das rundet die Sache etwas ab, allerdings ist die Anzahl dieser Special Events nur sehr begrenzt.
Freuen darf man sich auch über ein Schadensmodell, das hier eine Prämiere feiert. Allerdings sollte man sich auch hier nicht allzu viel erwarten. Ja, Teile können zu schwanken beginnen, aber eine wirkliche „Total Destruction“ gibt’s nicht.
Da die Gran Turismo Serie das Thema Autos sehr verehrt hat das Team sich besonders mühe bei der Fahrzeuggestaltung gegeben. Leider ist das der größte Knackpunkt von Gran Turismo 5. Es gibt von der Summe gesehen sehr viele Autos, allerdings wurden sie in ca. 200 „Premium“ und ca. 800 „Standard“ Modelle unterteilt.
Die Premium Modelle sehen wunderschön aus, haben eine Cockpit Perspektive und zeigen echt wozu die Designer sowie die Hardware technisch in der Lage sind. Die Standard Autos sind dafür weit unter diesem Niveau. Man könnte fast glauben, dass die Modelle nur von der Playstation 2 übernommen und irgendwie in ein HD Gewand gesteckt wurden.
Ein Online Multiplayermode ist diesmal auch vertreten, doch dieser wurde nicht mit sehr viel Enthusiasmus hinzugefügt. In Lobbys kann man direkt bei einem Spiel teilnehmen. Es gibt keine wirklichen Motivationssysteme im Online Mode und daher wirkt er sehr ausgeschlossen. Ebenso kann man wirklich nur gegen andere Spieler fahren, weitere Spielmodi sind nicht vorhanden.
Die Entwickler haben ebenso versucht etwas Individualität ins Spiel zu bringen: Wie gewohnt ist es möglich sein Auto bis zum Anschlag zu tunen und selbst zu gestalten. Diesmal sind auch Strecken frei designbar, allerdings mit starken Einschränkungen.
Der Computer generiert einen zufälligen Streckenverlauf und man selbst kann nur ein paar Parameter (Kurvenanzahl, …) verändern. Wirkliches „Strecken kreieren“ ist das also nicht.
Von der Grafik gesehen macht das Spiel dank 1080p Auflösung einen guten Eindruck, allerdings wirken die Partikeleffekte sowie der Schatten billig. Auch die Rennstrecke und die bereits erwähnten Standard Modell Autos hinken hinterher. Ebenso passt manchmal etwas mit der Geschwindigkeitsdarstellung nicht.
Es kommt einem vor als wäre das Spiel an manchen Stellen zu langsam – das hat aber nichts mit einem Frameratedrop zu tun. Mit 160km/h durch eine Kurve in der japanischen Innenstadt zu brausen, sieht nunmal im Spiel nicht sehr flott aus.
Fazit:
Gran Turismo 5 direkt zu bewerten ist schwer. Der Kern des Spiels ist gewohnt gut, allerdings wirkt dieser alt und der Rest wurde mit zu wenig Liebe hinzugefügt. Es reicht einfach nicht mehr viele Autos und viele Rennstrecken hinzuknallen, man möchte einfach mehr. Vorallem die Unterteilung in „Premium“ und „Standard“ Autos ist nach der langen Entwicklungszeit etwas merkwürdig.
Dieses Spiel sollten sich jene holen, die den unveränderten Kern von Gran Turismo lieben und purste Enthusiasten im Autosektor sind. Alle anderen werden Gran Turismo 5 nur als nettes Autospiel mit angemessen guter Grafik sehen. Leider sammelt sich wirklich viel Staub an der bekannten Gran Turismo Philosophie an. Die Konkurrenz hat sich der Zeit angepasst.
Danke an SCEE (Österreich) für das Testmuster!



















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aa oida schuach, i lieb net mal den kern in da nektarineeee!
einen comment bezüglich gt5 hab ich bei der gametrailer-review gelesen, welcher glaub ich recht passend ist:
(sinngemäß) “gt5 is like jack of all trades but master of none”.
signed.
stimme allen kritikpunkten zu
nur leider gibts für leut, deren ps3 die einzige konsole ist, keine wirkliche alternative im sim-sektor
hast natürlich auch recht. ich kritisiere auch weniger, weils forza besser macht (ka – teil3 hab i gar net, den 2er hab ich aber recht lang gespielt – für meine verhältnisse), aber als käufer/ehem. fanboy von gt1 find ichs halt schade, wie die franchise noch immer den selben sch- baut.
GT war geil, nur es hat sich seit GT3 nicht weiterentwickelt.
Das geilste war ja, dass die GT2 Disc nach Asphalt gerochen hat. Das war noch Passion