Review: Metroid Other M

Metroid: Other M beleuchtet die Protagonistin Samus von einer völlig neuen Perspektive. Zwar kennen wir schon die diversen 2D und 3D Titel der Heldin, aber in dieser Art haben wir ihre Persönlichkeit noch nie gesehen.

Ein neues Metroid Abenteuer ist wieder da und es gibt wiedermal einen Grund die Wii anzuwerfen.

Das Spiel ist wirklich anders als alles bislang Dagewesene von Metroid. Grund hierfür ist der Entwickler Team Ninja. Einst hatte Nintendo alle Zügel in der Hand, dann die Retro Studios bei den Metroid Prime Teilen und jetzt eben Team Ninja. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Jene Entwickler, die unter anderem durch das fordernde, extrem brutale und absolut verrückte Ninja Gaiden berühmt geworden sind, sollen einen Metroid Titel erschaffen? Die Abenteuer von Samus Aran zielten immer auf eins aus: Einsamkeit, tiefe sowie verworrene Level und die daraus resultierende Freiheit nach Itemboni zu suchen.

Nun Team Ninja hat einige der alten Metroid Eigenschaften auch in Other M eingebaut, aber man merkt eben wer das Spiel entworfen hat. Wenn man ein Auge für Kunst hat und durch eine Kunstgalerie streift, erkennt man auch den Unterschied ob es sich um einen Henri Matisse oder um einen Gauguin handelt. Hier ist das auch so: Ja bei Metroid Other M erkennt man den Schriftzug von Team Ninja wieder. Natürlich nicht zum Nachteil!

Die Geschichte wird mittels Rendervideos und Ingame Sequenzen im Eigenmonolog von Samus erzählt. Durch diese Erzählform bekommt die Metroid Serie eine noch nie dagewesene Erwachsenheit und Seriosität. Es wird auch die Hintergrundgeschichte von ihr näher beleuchtet und das offenbart völlig neue Charakterzüge, der einst so stumm wirkenden Heldin.

Weitestgehend orientiert sich wie oben beschrieben das Gameplay an den Metroid Vorgängern, wobei diesmal wieder in die fast reine zweite Dimension gewechselt wurde. Die Grafik selbst ist 3D, aber man steuert die Kopfgeldjägerin nur von unten nach oben oder von links nach rechts – das wird auch so schön „2.5D“ genannt. Die Level selbst wirken wie immer sehr verlassen und lassen ein leichtes Gefühl der Einsamkeit aufkommen.

Was Metroid Other M, aber neu in die Serie integriert sind total actionlastige Sequenzen, ein Trick zum Perspektivenwechsel sowie ein beinahe linearer Levelaufbau: Mitten im Spiel kann es vorkommen, dass man diverse Minibosse erlegen muss. Hierzu reicht es nicht einfach wild herumzuschießen, sondern die Perspektive muss geändert werden. Zeigt man mit der WiiMote direkt auf den Fernseher wechselt man in die Ego Ansicht von Samus und kann so den Feind besser anvisieren. Ist der Feind schon leicht geschwächt, läuft man auf ihn zu und eliminiert ihn mit einem Finishing Move. Das klingt doch schon ganz nach Team Ninja!

Normalerweise wuchs mit der Spielzeit auch Samus Power Anzug immer weiter, doch die diversen Upgradeteile lagen verstreut herum. Das ist nun auch anders: Samus hat bereits alles von Anfang an dabei, man muss sich daher nicht auf die weite Suche machen. Die speziellen Fähigkeiten werden mit dem Spielfortschritt automatisch via „Befehl von Oben“ (ein Kommandant sagt, wann Samus was vom Anzug aktivieren darf) freigegeben.

Hinzu kommt noch der diesmal linear verlaufende Levelaufbau, der ein Minimum an „Backtracking“ (immer wieder durch gewisse Spielzonen gehen) erfordert. Für Sammler hält Metroid Other M noch Raketenupgrades und Bonusleben bereit – das berühmte Upgradesuchen ist also nicht ganz verschwunden.

Aus technischer Sicht würde man Metroid Other M ein glattes Gut geben. Es gab zwar schon hübschere Wii Titel, aber der Artstyle macht es hier aus. Ebenso der Soundtrack passt zum Spiel, wobei man bekannte Metroid Musiktitel vermissen wird.


Fazit:

Ein Metroid mit linearen Leveln, ohne der Suche nach Suite Upgrades und einer Samus, die im Monolog die Geschichte erzählt? Darf man das? Ja man darf, Team Ninja hat wirklich super Arbeit geleistet!
Der Kern von Metroid Other M ist noch immer so weswegen man die Metroid Titel liebt und Team Ninja hat nur das Gameplay an die heutigen Verhältnisse angepasst.

Noch nie wurde die Geschichte von Samus Aran so stilvoll erzählt und noch nie war das Spiel so stark actiongeladen. Ein Wiederspruch für Metroid? Nein. Das Gesamtpaket stimmt einfach.

Danke an Nintendo (Stadlbauer) für das Testmuster!

Post von JoeBlack | 20 Sep 2010 | 13:06 pm and tagged , , , , ,