Review: Halo Reach
Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Halo Reach vereint beide Aspekte in sich – einerseits ist es der Anfang der Halo Geschichte, andererseits ist es auch das (vorzeitige) Ende des Halo Franchise vom ursprünglichen Entwickler Bungie.
Stilvoller hätte so ein Abgang nicht sein können.
Bereits mit Halo 3: ODST kündigte Bungie einen neuen Stil für Halo an: Die Szenen waren wesentlich dramatischer, düsterer und nicht mehr so einseitig wie man es von den Vorgängern kennt. All diese Elemente beeinflussen auch die Stimmung in Halo Reach. Man übernimmt ebenso nicht mehr die Rolle des legendären Masterchiefs, sondern eines vollkommen anderen Spartan Kriegers namens „Six“.
Dieser Soldat tritt dem „Noble Team“, einer Gruppe von elitären Spartans, bei und muss mit ihnen den Planeten Reach von der Alien Allianz befreien. Im Laufe des Spiels entwickelt sich diese einfache Story aber rasant weiter und auch richtige „Eye Opener“ sind vorhanden. Natürlich wollen wir in diesem Review nicht allzuviel verraten, aber wenn man die Halo Serie kennt wird man sich sehr über die erzählte Geschichte freuen. Vom Stil her sollte man sich aber auf viele dramatische Momente einstellen. Die Story spielt grundsätzlich vor Halo: Combat Evolved.
Das Missionsdesign wurde ebenso stark verändert, denn der Titel bietet endlich das was Bungie von Anfang an mit Halo machen wollte: Epische Schlachten mit vielen Fahrzeugsequenzen. Im Prinzip kann man sich Halo Reach so wie das perfektionierte zweite Level von Halo: Combat Evolved vorstellen. Der Großteil der Einzelspielerkampagne ist nämlich großflächig aufgebaut und nur ein Bruchteil des Spiels findet in Gebäuden statt. Draus resultieren eben große Kampfszenen, bei denen man immer Fahrzeuge verwendet.
Abgerundet werden die Level noch durch verschiedene Spezialfähigkeiten, die man während der Mission aufsammeln kann. Sprinten, JetPacks, Hologramme sowie viele andere finden sich im Spiel. Sinnvoll sind sie alle und in manchen Abschnitten sogar taktisch wichtig. Was Halo Reach so spannend macht, ist jedenfalls die Verkettung der Ereignisse und die große Abwechslung dank des nun offeneren Missionsdesigns. Das Tüpfelchen auf dem „i“ sind die Flugsequenzen des Spiels. Eins vorweg: Ja es gibt sogar Weltraumschlachten!
Die Einzelspielerkampagne ist so gelungen, dass man einfach immer gefesselt ist, aber leider kommt das Ende viel zu schnell. Nach geschätzten 8 Stunden sieht man die Endsequenz von Halo Reach und ist ebenso glücklich darüber. Was für ein gelungener und schlüssiger Abschluss.
Natürlich ist Halo auch für seinen Multiplayermode berühmt und dieser Erfolg wird auch mit Halo Reach fortgesetzt. Die ganze Kampagne lässt sich auch zu viert im Coop spielen, es gibt etliche Multiplayermodi inklusive „Firefight“ aus ODST. Völlig neu im Halo Multiplayermodus Universum ist die Klassenauswahl. Wie bereits im Einzelspieler beschrieben, kann man sich eine Spezialfähigkeit (Springen, etc.) auswählen und bekommt auch automatisch ein Set an Waffen zugewiesen. Diese Waffensets sind perfekt abgestimmt und so hat niemand einen unfairen Vorteil gegenüber den anderen Klassen.
Weiterhin sammelt man auch, egal ob im Einzelspieler- oder Mehrspielermodus, Erfahrungspunkte um im Ranking zu steigen. Diese Punkte können auch eingesetzt werden für diverse Rüstungsteile oder anderen Schnick-Schnack, den man sich direkt im Spiel zulegen kann. Nutzen? Nicht wirklich. Wie so oft im Xbox Live, dient das nur zum Prunk. Für die kreativen Leute ist im Spiel sogar ein kleiner Leveleditor und der berühmte Videoaufzeichner vorhanden. Alles lässt sich via Xbox Live mit der Community teilen – ein Ding das man schon von Halo 3 kennt.
Bungie hat versprochen, dass Halo Reach das schönste Halo aller Zeiten sein wird. Nun das Versprechen haben sie definitiv nicht gebrochen. Es sieht gut aus, aber – ja jetzt kommt ein großes aber – man hat schon hübschere und stabilere Titel gesehen. Bei riesen Kämpfen im Singleplayer kommt es manchmal zu rucklern und das Motion Blur ist meist sehr übertrieben. Um das zu vermeiden ist wahrscheinlich deswegen die Grafik des Multiplayermode etwas heruntergeschraubt worden.
Fazit:
Halo Reach beendet das Halo Franchise von Bungie grandios. Die Singleplayerkampagne bieter spannende Missionen sowie purste Dramatik. Man wird richtig dazu verleitet es in einem Stück zu spielen – leider ist das Ende auch sehr schnell erreicht.
Wie man aber von Halo gewohnt ist, spielt man danach einfach den Multiplayermodus bis zur letzen Patrone weiter. Die Goodies sowie Achievements motivieren schließlich! Bei Halo Reach wird einem wirklich viel geboten und es ist endlich das Halo, was man schon von Anfang an haben wollte: Groß, offen, schnell, dramatisch, schlüssig – so wie in den aller ersten Videos aus dem Jahre 1999. Danke Bungie! P.S: Wer Halo 3 sowie Halo 3: ODST besitzt bekommt sogar einen Punktebonus fürs Spiel – das nenn ich Fanservice!
Danke an Microsoft für das Testmuster!

















” (…) denn der Titel bietet endlich das was Bungie von Anfang an mit Halo machen wollte (…) ” – ein rts? ;p
klingt aber ganz gut die beschreibung, weil das 2. level von halo1 hab ich als einziges noch wirklich gut in erinnerung.
Ja scho klar, dass es am Anfang ein Mac RTS war
Es ist schön zu sehen wie sich Halo entwickelt hat. Seit ODST schlagens ja einen komplett anderen Stil einfach – nimmer so “heroic boom boom Masterchief”. Gefällt mir wirklich gut! Schon auf der GamesCom hat der Bungie Typ gsagt, dass sie endlich das Halo gemacht haben was von Anfang an geplant war und sie konnten alle Elemente perfektionieren, die die Community liebte.
Wahre Worte
ich hätt da noch einiges nach zu holen: halo3+odst und jetzt reach kaufen.
btw das 1. level von halo1 war auch toll. so nach half life 1 wieder ein spiel mit guten scripted sequences im 1. level.