Operation Flashpoint: Dragon Rising – Review

Oh geil, man kann mit jedem Fahrzeug fahren! Das Kriegsgebiet ist ja irre groß. Poah, das Spiel ist ja realistisch! Das waren 2001 die typischen Reaktionen als Operation Flashpoint: Cold War Crisis im PC Gefilde zum ersten mal einschlug.
Jetzt haben wir das Jahr 2009 und der offizielle Nachfolger steht vor der Tür. In der Zwischenzeit hat sich viel getan und jeder halbwegs gute Shooter kann, mit den damals neuen Features, protzen. Sticht der offizielle Nachfolger, Operation Flashpoint: Dragon Rising, da noch aus der Masse hervor?
Dragon Rising folgt von der Spielmechanik komplett seinem Vorgänger. Es ist eine Kriegssimulation mit viel „Freiraum“. In Zeiten von Call of Duty, wo man alles vorgekaut bekommt, ist das doch mal was abwechslungsreiches. Man kann den Verlauf des Spiels wesentlich besser selbst bestimmen!
Das ganze hat aber seine Tücken. Da Dragon Rising eine Simulation ist (wenn auch nicht total streng), muss man sich auf einiges gefasst machen. Anders als in normalen Shootern muss man das Kriegsfeld sauber abarbeiten und das geht nur mit einer gescheiten Teamstrategie. Solo-Rambos sind hier falsch. PC’ler sind das wahrscheinlich schon von anderen Kriegsgames gewohnt, doch am Konsolenmarkt ist es was völlig neues.
Ein Schuss und man ist tot. Man hat kein Schild wie in Halo oder ein Auto-Heal! So könnte gleich die erste Mission zur richtigen Frustaufgabe werden. Auch das Terrain bestimmt wie man Handeln muss. Beispielsweise hat man hoch auf einem Berg zwar einen besseren Überblick, aber dafür sehen einen auch die Feinde. Man muss sich ans Spielprinzip einfach gewöhnen.
Aber genug von der wilden Theorie, wie schaut das Spiel in der Praxis aus? Operation Flashpoint: Dragon Rising führt den Spieler durch 11 Missionen, die immer ein anderes Ziel haben. Mal stürmt man ein Flugfeld, mal muss man ein Dorf verteidgen, usw. Soldatenalltag eben. Was komplett fehlt ist eine Story. Man weiß zwar, dass die Chinesen die Insel Skira erobern wollen und man gegen sie kämpft, aber richtige Twists gibt’s keine. Man spielt einfach eine Mission nach der anderen.
Sicher gibt es Leute die das mögen, aber Fans von interessanten Stories fallen hier leer aus. Das Spiel fokusiert sich wirklich nur auf das Thema Krieg und wie man am besten die Mission schafft. Etwas schade ist auch, dass im Spiel zwar überall militärische Fahrzeuge herumfahren, man selbst aber kaum eins benutzt.
Zur Hilfe stehen einem drei weitere Kameraden, die man befehligen kann. Jeder Schritt ist im Spiel planbar und essenziell für den Erfolg. Die Mitstreiter beherrschen viele Taktiken und können zb. andere Teammates heilen oder defensiv vorgehen. „Defend this position“, „Board that vehicle“, man kennt die Sprüche alle aus den Filmen.
Es ist schön wenn man tausende Taktik-Möglichkeiten zur Auswahl hat, aber wenn die künstliche Intelligenz der Computersoldaten streikt, dann hört der Spaß auf. Wie oft musste ich eine Mission erneut starten, weil der Computer nicht das tut was ich will? Entweder steht er nur blöd da oder macht lieber was anderes. Dieses Problem tritt zum Glück nicht immer auf, aber immer in Situationen wo man es gar nicht braucht!
Naja, wenigstens gibt’s einen 4 Spieler Coop Modus, der die KI durch (hoffentlich) kluge Menschen ersetzt. Übrigens: Wem Coop zu fad ist, kann ja ein 4on4 (X360/PS3) bzw. 16vs16 (PC) spielen. Das macht schon Laune!
Der Titel macht trotz des KI Bugs technisch einen guten Eindruck. Er sieht gut aus, hat einen klasse Sound und läuft eigentlich reibungslos. Also an der sonstigen Technik gibt es nichts zu meckern. Man hört zwar von ein paar Bugs (herumschwebende Feinde,…), davon hab ich aber keine bemerkt.
Fazit:
Operation Flashpoint Dragon Rising ist, um es mit einem Wort zu beschreiben, solide. Es ist nicht die erhoffte Offenbarung, aber auch kein schlechtes Spiel. Im Konsolensektor setzt es wegen seines Realismus und seinem großen Kampfgebiet sicher neue Maßstäbe, aber am PC Sektor kennt man das schon durch zahlreiche andere Titel.
Getrübt wird der Spielspaß von den KI Aussetzern sowie vom fehlenden Plot. Hat man die Möglichkeit sich zwischen der PC- oder Konsolenversion zu entscheiden, so empfehle ich die PC Version. Da hat mein einen netten Editor dabei, der für viel Content von der Community sorgen wird. Außerdem ist der PvP Modus nicht nur af 8 Spieler beschränkt! Ich hatte jedenfalls Spaß an Dragon Rising und fand es im Zeitalter von linearen Shootern recht erfrischend, aber eben nicht perfekt. Dragon Rising eignet sich für Fans von reinen Kriegssimulationen wohl am aller besten.
Es wurde die X360 Version getestet!
Danke an Codemasters für das Testmuster!

















