Review: Finwick (PC)

Finwick will Postbote werden.
Doch muss man schon ganz besondere Anforderungen erfüllen, um sich die Ehre zu verdienen, als königlicher Briefträger zu arbeiten. Gut zu Fuß, mit Schwung im Sprung und beim Stampfen nicht verkrampfen lautet die Devise.

Wenn man von kleineren Selbstverständlichkeiten wie dem Klettern auf Leitern und ein wenig Seilgeschwinge absieht, ist damit auch schon alles erwähnt, was den Spieler im ersten Viertel von Finwick erwartet. Ein klassischer Plattformer also; der obligatorische Stampfsprung scheint hauptsächlich enthalten, um das zu unterstreichen.

Nachdem wir das Postbotenbootcamp unsere Ausbildung hinter uns gebracht haben, bekommen wir unseren ersten Brief, den es in den Wald an einen berühmten Ökologen auszuliefern gilt. Erste Gerüchte von seltsamen Verhalten der Tiere in den Wäldern werden laut, aber ein königlicher Nachrichtenübermittler läßt sich doch nicht von wildgewordenen Eichhörnchen aufhalten.

Über teils bewegliche Plattformen, Leitern, und vor allem hoffentlich Löcher und tödliche Hindernisse bahnen wir uns also einen Weg Richtung Wald, nur um bald einem Dackpaw (eine einheimische Tierart) zu begegnen, auf den die Bezeichnung „wildgeworden“ nur allzu gut passt. Zum Glück haben wir ja unseren Stampfsprung, der also doch nicht nur dazu dient, um nicht zu weit zu springen, und so ist dem armseligen Tierleben auch schnell ein Ende bereitet. Langsam fangen wir uns allerdings doch ein wenig an zu wundern, was die sonst so scheuen Tierchen denn zu derart blutrünstigen Bestien werden ließ.

Ein paar mordlustige Riesenfische, Schalterrätsel, weitere Dackpaws und – natürlich – Hüpfeinlagen später trifft Finwick auf seine alte Freundin Pentella, die nicht nur die Frauenquote hebt, sondern auch ein gänzliches neues Gameplayelement mit sich bringt.
Ab jetzt durchqueren die beiden gemeinsam alle misslichen Lagen und so läßt sich stets zwischen den beiden Charakteren hin- und herschalten, um zum Beispiel Schalter am einen Ende des Levels zu betätigen, die am anderen Ende einen Weg freigeben oder irgendeine tödlich Apperatur deaktivieren – die neue Anforderung an den Spieler heißt nun also Timing. Das ist zwar alles nicht unbedingt eine neue Idee, aber erstens gut umgesetzt und zweitens weit weg von ausgelutscht.

Langsam beginnt man zu verstehen, was eigentlich los ist in diesem Wald und auch auf spielerischer Seite beginnt Finwick seine Karten auszuspielen, da enden die 25 Gratis-Level auch schon und man muss 5,99$ bezahlen, wenn man alle 79 und das Ende sehen will.
Die große Frage also: Zahlt sich das aus?

Gameplay:

Die Steuerung funktioniert gerade für ein Flash-Spiel ausgezeichnet und läßt, zusammen mit der Tatsache, dass einen der Tod nie weiter als an den Anfang der meist 2,3 Bildschirme großen Levels zurück wirft, das Spiel manchmal fast schon zu einfach erscheinen. Man kann das Spiel mit ein bisschen Übung und Konzentration wahrscheinlich auch tatsächlich durchspielen, ohne zu sterben, aber meiner Unfähigkeit wurden genügend Tode zu Teil. Trotzdem hatte ich nur ein, zwei mal kurz den vielzitierten „Hau den Hut drauf“-Gedanken.

Auf jeden Fall ist es einfacher als Abe’s Odysee.
Wie kommt der jetzt auf Abe’s Odysee?
Finwick hat auch viele Schalterrätsel der Kategorie „Dagegen sind ja die Sudokus in der Heute schwer“, bei denen man sich denkt: „Nicht schon wieder!“, aber fast immer wird man dann ein zwei Levels später mit einer neuen Art von Hindernissen und Elementen zur Überwindung dieser entschädigt. Die Palette reicht da von Lasern über Selbstschussanlagen bis hin zu Wurmlöchen.

Graphik:

Ich muss sagen, dass mir der Stil zwar nicht wirklich gefällt, aber es ist zumindest alles recht stimmig und weit entfernt von häßlich.

Vor allem das Format des Spielefensters im Breitbild ist nicht nur praktisch sondern auch einfach cool.

Story:

Die Story ist klischeehaft und kitschig!
Ersteres hat mich aber bei so einem Spiel noch nie wirklich gestört und zweiteres trägt eigentlich nur zur Atmosphäre bei.

Fazit:

Man braucht hier eigentlich nicht viel zu sagen. Wenn ihr Spass an Spielen wie Abe’s Odyssee oder Heart of Darkness habt, dann probiert doch zumindest mal die Gratislevels aus und bedenkt an deren Ende, dass das Spiel doch noch ein wenig fordernder wird und noch mit einem überaschend großen Maß an Gameplayelementen aufwarten kann.
Die 6$ für die Vollversion sind im Moment sowieso nur ca. 4€ also ist es kaum eine finazielle Entscheidung von Belang. Sollte euch der Anfang gefallen, gönnt euch einfach auch noch den Rest.

Danke an smallgreenhill für den Test-Key.

Post von fossey | 07 Oct 2009 | 23:35 pm and tagged , , , , , ,


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