TRINE – Review

Wizard, Thief und Knight – so lauten die klingenden Namen der Hauptcharaktere aus Frozenbytes neuem Spiel Trine. Doch im Gegensatz zu den Protagonisten ist das Spiel, welches seine Inspiration doch ziemlich eindeutig aus Blizzards 1992er Kracher Lost Vikings bezieht, nicht farblos. Im Gegenteil, es bringt frischen Wind ins Plattformer und Puzzlergenre.
Für alle Wissbegierigen fangen wir am Besten gleich mit der Geschichte an: Drei Artefakte, Untote, die Welt neigt sich dem Ende zu, die Seelen unserer Helden werden durch das Trine vereinigt, der Spieler übernimmt.
Das wars im Prinzip, denn das Spiel konzentriert sich voll und ganz darauf, dem Spieler in seinen 15 Levels durch das Gameplay zu unterhalten. Im Prinzip hat Frozenbyte mit seinem neuesten Projekt einen Plattformer auf den Markt gebracht, welcher seinen Fokus auf Physikpuzzles legt. War natürlich alles schon einmal da, doch in Trine ist der Handlungsspielraum beim Lösen der Rätsel doch etwas größer als bei dem durchschnittlichen Genrevertreter.

Der schirche, dicke Ritter vor einem schönen, schlanken Hintergrund.
So hat jeder eurer Charaktere diverse Fähigkeiten, die durch das Aufsammeln von Experienceflasks weiter gesteigert werden können, welche euch beim Bestreiten der Dungeons helfen. Der Zauberer kann zum Beispiel aus der Luft Planken, Kisten und Schwebeplattformen herstellen. Die Diebin hat ein Seil zum Erreichen von höher gelegenen Orten und Feuerpfeile um schon längst abgestummelte und gammelige Fackeln wieder anzünden zu können und der Krieger kann, oh Wunder, mit seinen diversen Fähigkeiten ganz schön viel Schaden bei seinen Gegnern anrichten.
Doch wie spielt sich Trine nun? Die Antwort ist einfach: Wie Lost Vikings, nur mit Physik- statt Schlüssel- und Heberätsel. Alles schon mal dagewesen? Nein.
Denn die Entwickler haben es nämlich irgendwie geschafft dem Spieler auch in den genretypischen Schlauchlevels das Gefühl von Freiheit zu geben. Natürlich, spielt man nur, damit man von Anfang bis zum Ende des jeweiligen Levels kommt, so sind die Lösungen alle ziemlich offensichtlich, doch versucht man jede versteckte Truhe und jedes Fläschchen mit Erfahrungspunkten zu entdecken, so offenbaren sich einem dank der Physikengine extrem viele Möglichkeiten.

Ja, wir bei RandomRocket stehen auf so kitschige Hintergründe. Zwei Daumen!
Die Kiste ist in luftigen Höhen auf einer kleinen Plattform? Kein Problem! Schwingt euch mit der Diebin hinauf! Oder stapelt 4 Kisten aufeinander und erklimmt euren Turm dann auf der Suche nach dem Schatz in der Truhe. Wahlweise könntet ihr auch noch eine fliegende Plattform beschwören und mit der Levitate-Fähigkeit des Zauberers hinaufschweben.
Was sich jetzt nicht nach viel anhört, macht im Spiel selbst aber unheimlich viel Spaß, da die Entwickler dem Spieler alle Möglichkeiten offen lassen die ein Spiel dieses Genre bieten kann.
Dazu auch gleich ein großes Lob an das Itemsystem. Quer durch das Spiel verstreut findet man Kisten mit Items, die alle sehr, sehr nette Fähigkeiten wie unendlich Luftanhalten oder mehr Planken beschwören geben. Für den Entdecker gibt es hier nette Boni, aber auch ohne den Items kann man das Spiel problemlos durchspielen. So kommen nie Situationen wie in einem Zelda auf, wo man zB. einen Bogen findet und weiß “Ah, alle Rätsel und Bosse in diesem Dungeon muss ich jetzt alle mit dem Bogen machen”.

Da schwingt was hin und her… und ich rede nicht vom Seil.
Das Einzige, das ich noch ansprechen möchte, ist der Punkt das hüpfen, springen und Puzzles lösen noch nie so gut ausgesehen hat. Natürlich, Trine verwendet keine CryEngine, aber die Grafik und der Artstyle versprühen einen extrem eigenen Charme, der mich das ganze Spiel über begeisterte.
Fazit:
Obwohl Trine nur eine kurze Spieldauer von 6-8 Stunden (je nachdem ob man alle Items finden will oder unfähig ist) hat, kann ich es jedem Genrefan uneingeschränkt ans Herz legen. Allen anderen empfehle ich, die hier erhältliche Demo anzuspielen, denn diese zeigt sehr gut was man sich vom späteren Spiel erwarten kann. Wer nach diesem Review komplett vom Game überzeugt ist, sollte sich die PC Version im offiziellen Store kaufen – 4 Bonus Wallpaper und drei MP3s winken als Bonus. Persönlich ist es für mich sicherlich ein kleines Highlight in diesem Jahr, hoffentlich hat Frozenbyte noch mehr Material in diese Richtung in der Tasche.
Trine ist über PSN (20€) und für den PC (30€) erhältlich.
Danke an Nobilis und Frozenbyte für das Testmuster!














Scheiß Worms! Ich werde wohl auf ewig bei allen Spielen, die einen an einem Seil schwingen lassen, versuchen es länger und kürzer zu machen um Speed zu gewinnen…
Bei Trine hilfts auch, da kann man sich dann nämlich mit der Diebin auf eine Plattform schwingen, die genau über ihr ist. Mit dem richtigen Timing natürlich.
wenn mann genug schwung hat, geht’s auch ohne timing
ich würd zu dem spiel noch sagen, dass es sein Potential nicht wirklich ausfüllt
super review! werd ich mir kaufen *THUMBS UP*
Findest Fossey? Inwiefern? Mir hats echt extrem gut gefallen. Der einzige Kritikpunkt den ich da anbringen könnte wäre die kurze Spielzeit und dass man den Krieger nicht so oft benötigt wie den Magier und die Diebin.
@Stakatto: Na hallo, dich gibt’s auch noch? Aber danke fürs Lob.