FUEL – Review

Alle Freunde des Renngenres inklusive Offroad-Rennen warteten in letzter Zeit sehnsüchtig auf die neueste Auskopplung aus dem Hause Codemasters. Fuel heißt es und nach einem Sprung ins Cockpit verraten wir euch, ob sich das Warten auch ausgezahlt hat.
Die Story ist schnell erklärt: die Erde ist von den Auswirkungen der globalen Erwärmung und Jahrzehnten der Klimaverschmutzung beinahe völlig zerstört. Öl ist ein fast unerschwinglicher Rohstoff geworden. Trotzdem gibt es eine Truppe Waghalsiger, die in diversen Rennen um Anerkennung und Sprit (Fuel) um die Wette fahren.

Gut, das klingt jetzt nicht unbedingt nach einer bahnbrechenden Neuerscheinung, was Fuel jedoch von den meisten anderen Rennspielen (Hallo, Test Drive Unlimited!) unterscheidet, ist die unwahrscheinlich riesig wirkende Welt, die es zu befahren gilt: über 14 000 Quadratkilometer an Terrain gibt es zu erkunden. Während man bei anderen Vertretern des Genres oft an eine bestimmte Route gebunden ist, steht es einem bei Fuel wirklich frei, einfach mal abzubiegen und durch die Pampa zu rasen.
Leider stellt sich sehr schnell heraus, dass die Gegend sehr repetitiv gestaltet wurde. Es gibt zwar durchaus zahlreiche Szenarien wie Wüsten, (abgebrannte und normale) Wälder, Schneelandschaften, Schluchten, Täler, Wiesen und Hänge, sobald man sich jedoch abseits von Strassen befindet, wird man schnell draufkommen, dass es nicht wirklich viel zu entdecken gibt, außer ein paar neuen Lackierungen für eure Fahrzeuge, Aussichtspunkten oder Ausrüstungsgegenständen. Große Flächen sind relativ lieblos gestaltet und obschon man die Freiheit hat, wirklich alles zu befahren, was man sieht, mengt sich dennoch der bittere Beigeschmack der Wiederholung bei. So erschien es nicht nur einmal relativ sinnlos geschätzte 20 Minuten geradeaus zu fahren, nur um dann zu erkennen, dass die Umgebung immer noch genau gleich aussieht.
Der prinzipielle Aufbau des Spiels ist in verschiedene Camps gegliedert, die man besuchen kann, nachdem man gewisse Aufgaben gemeistert hat. Zusätzlich zur Karriere (in der man die verschiedenen Camps freischalten kann), gibt es in jedem Gebiet noch zahlreiche Zusatzherausforderungen, die noch mehr Fuel einbringen. Hierbei reichen die Aufgaben von Offroad-Rennen bis hin zu Helicopterverfolgungen. Bei letzterem gilt es, einen Helicopter auf einer bestimmten Strecke abzuhängen, was sich durchaus als knifflig herausstellen kann, wenn man bedenkt, dass Fluglinie umgemünzt auf Bodenterrain oft die eine oder andere Überraschung in sich birgt.

Fuel dient im Spiel als Währung, mit der man sich weitere Fahrzeuge, Designs oder Ausrüstung kaufen kann. Jederzeit kann der so genannte Freeride-Modus aktiviert werden, bei dem man frei durch das gesamte Gebiet fahren kann. Auch Fahrzeugwechsel sind sofort möglich. Die freie Bewegung gilt aber leider nur für das jeweilige Gebiet, in dem man sich gerade befindet. Eine Durchfahrt zu einem anderen Gebiet stellt sich sehr schnell als große Hürde raus, da man bei jedem größeren Sprung resettet wird. Das Fahrzeug wird also wieder auf eine „sichere“ Position gesetzt. Nur durch viel Glück oder einen Bug ist es mir gelungen Terrains zu wechseln.
Der Fuhrpark beinhaltet zahlreiche Quads, Motorräder, Monstertrucks und Autos, wobei der Fokus klar auf Offroad-Fahrzeugen liegt. Wieso die Entwickler von Asobo Studio jedoch auf ein Schadensmodell verzichtet haben, ist mir ein Rätsel. Auch wenn das Spiel einen sehr arcade-lastigen Zugang hat, hätte mir ein bisschen Realismus schon gefallen. Und vielen anderen sicher auch. Dies trifft übrigens auch auf das Fahrverhalten zu. Ich hab schon lange nicht mehr so schwammig ein Motorrad diverse Passstrassen hochgeschleust oder einen Monstertruck beinahe schwimmend durch einen Tannenwald gelotst. Eine Steuerungsweise, die mich an Nintendo‘s Wave Race aus dem Jahre 1997 erinnert. Man bedenke, dass dieses Spiel – wie der Name bereits verraten sollte – im Wasser spielt.

Die Grafik ist während dem Spiel wirklich sehr schön. Allen voran die modernen Wettereffekte zaubern tolle Bilder ins heimische Wohnzimmer. Davon kann sich jeder – spätestens beim ersten Rennen neben einem Tornado – selbst überzeugen. Auch die Fahrzeuge wurden detailliert in Szene gesetzt und der Fahrer nett animiert.
Beim Sound ist leider einiges schief gegangen. Nicht nur finde ich den Soundtrack generell schlecht gewählt, auch die Motorensounds wirken eher verstörend als atmosphärisch unterstützend. Meistens lässt sich das nur durch die Mute-Funktion des Fernseher oder durch Deaktivierung im Options-Menu lösen. Ausserdem gibt es offenbar nur einen einzigen (!) Sound für quietschende Reifen, den jedes Fahrzeug sehr frequentiv verwendet.
Es gibt noch zahlreiche Kleinigkeiten, die den Spielspaß erheblich trüben: Wieso hört man beim Ladebildschirm immer und immer wieder das selbe Gitarren- & Schlagzeugriff? Wieso wird man auch im Freeride Modus immer zurückgesetzt, wenn man einen Crash verursacht hat? Darf man nicht einfach weiterfahren? Am kaputten Fahrzeug kann es ja nicht liegen, wie gesagt, Schadensmodell gibts keines. Generell finde ich das Erscheinungsbild im Menu nicht sehr gelungen und es erinnert eher an Golf fahrende Wörthersee-Tour Fans als an trainierte Racing-Athleten.
Fazit:
Fuel ist ein nettes Rennspiel, bei dem man sich angenehm einige Stunden vertreiben kann. Für Leute, die jedoch etwas mehr erwarten als eine große befahrbare Fläche und arcade-lastige Rennen mit netten Wettereffekten, ist es wohl eher nicht geeignet. Vor allem nach Grid hätte ich mir von Codemasters mehr erwartet. Etwas mehr Liebe zum Detail bitte.
Danke an Codemasters für das Testmuster!
Es wurde die X360 Version getestet.















Soviel Potential… so ein Eierspiel. Traurig.