ArmA 2 – Review

Habt Acht! Armed Assault 2 (kurz ArmA 2) steht bei uns zur Waffendurchsicht bereit.

Auf der Verpackung steht ganz groß „Die ultimative Militärsimulation“ drauf und in diesem Review testen wir ob das stimmt. Ist das Gameplay realistisch? Was wurde hinzugefügt? Gibt es weniger Bugs als im Vorgänger? Passt der Schuhputz? All diese Fragen und mehr werden beantwortet. Na dann: Zum Review, abtreten!

Also mit Militärsimulation lügt uns die Verpackung nicht an. ArmA 2 ist wirklich knallhart und verzeiht keine Fehler! Man spielt das Game zwar aus der Ego Ansicht (Third Person geht auch, aber wer macht das schon?), doch von einem einfachen Boom-Boom Shooter ala Call of Duty ist es weit entfernt. Ein paar Treffer reichen und man ist tot. Stürmt man ins Feindgebiet hinein – Game Over. Arbeitet man mal nicht im Team – Game Over. Bier für den Vizeleutnant vergessen – Game Over.

ArmA 2 selbst bietet eine interessante Singleplayerkampagne, ein paar vorgefertigte Szenarien, einen Multiplayermodus sowie einen Missions Editor an. Im Solomodus, der übrigens im Coop gespielt werden kann, übernimmt man die Rolle von US Soldaten und muss eine fiktive ex-sowjetische Insel von Terroristen befreien. Neu im Militärsimulationsgenre ist, dass man den Ausgang der Kampagne selbst steuern kann. Je nachdem was man gerade tut, ändert sich der Storyverlauf. Wenn man in einer Mission beispielsweise zusätzliche Geiseln befreit, dann helfen die bei den weiteren Operationen weiter und die Bevölkerung steht besser zu den Marines da – ansonsten gibt es Spannungen.


Verletzte müssen vom Schlachtfeld weggezogen werden!

Wie bereits erwähnt ist ArmA 2 nichts für Rambofans. Egal welchen Modus man grad spielt, man muss wirklich jeden Schritt planen. Das heißt: langsam vorgehen und das Feindgebiet erkunden bevor man auch nur irgendeinen Schuss abgibt. Das mag für Actionpuristen nach eine Schlaftablette klingen, aber genau hier steckt der Thrill. Wenn man minutenlang mit seinem Team langsam durch das Gras schleicht und dann in wenigen Sekunden, aufgrund von guter Taktik, ein Terroristencamp ausschaltet ist das wirklich ein gutes Gefühl.

Selbstverständlich hat man volle Kontrolle über sein Team. Sämtliche Team Befehle hier aufzulisten, wäre eine Sisyphusarbeit. Jedenfalls ist für jede Situation das richtige dabei! Die heutigen Kriege werden nicht mehr zu Fuß bestritten, sondern mit Fahrzeugen sowie Fluggeräten. Auch hier hat ArmA 2 ein riesen Arsenal zu Verfügung und man kann jedes Gerät verwenden. Vom klassischen HUMVEE bis hin zum A10 Kampfflugzeug ist alles dabei. Panzer, Jets, Helis, UAVs, also wirklich alles was man sich vorstellen kann. Jedes Fahrzeug erfüllt bei den Missionen eine wichtige Funktion und muss mit viel Geschick eingesetzt werden. Tja auch ein Panzer ist schließlich nicht unzerstörbar.


Lieber in Deckung gehen, als zuviel zu riskieren.

Wer es lieber bevorzugt mit Freunden in den virtuellen Krieg zu ziehen, kann das im Multiplayermodus tun. Hier werden einem klassische Spielmodi angeboten. Der beste von allen ist natürlich der Coop Mode. Gemeinsam User Missionen oder Storymissionen zu spielen, kann echt einiges. Bei einem guten Server ist das ganze sogar Lagfrei! Ganz klar ein Pluspunkt fürs Spiel.

Mit den Erinnerungen an den ersten Armed Assault Teil, kommen gleich Gedanken an viele Bugs hoch. Leider haben sich auch Fehler in ArmA 2 eingeschlichen. Zwar nicht mehr in der großen Anzahl wie damals (ArmA 2 ist voll spielbar), aber die Bugs betreffen vorallem das Gameplay. Zuerst wäre zu erwähnen, dass die KI entweder mal zu gut oder zu schlecht ist. Euer Team sieht Feinde schon Kilometer vorraus, auch wenn sie sich hinter wänden verstecken. Das ist sehr irritierend. „Left flank unknown man!“ – Tjo dann schaut man nach Links und sieht nichts.

Ein Blick auf die Karte verrät dann, dass sich der Mann irgendwo hinter einer Ruine versteckt. Eure Teammitglieder sterben oft durch Dummheit. Man befiehlt ihnen in einen Helikopter einzusteigen und aus irgendeinem Grund stirbt einer davon – Mission vorbei, Game Over. Das ärgert einen schon!
Ab und zu kommt es vor, dass Feinde wie aus dem Nichts durch Wände empor kommen. Das ist vorallem bei Stadtgebieten oft der Fall. Andere gravierende Bugs sind mir nicht aufgefallen. ArmA 2 ist spielbar. Die Entwickler müssen nur das KI Problem in Griff kriegen.


Ein HUMVEE bietet einen guten Schutz. Helis, die alles säubern sind noch besser!

In Sachen Grafik erwartet einen jedenfalls ein echtes Schmankerl. Die Liebe zum Detail bei der Landschaft prägt die Grafik und die Models sehen super aus. Um es auf hohen Details zu spielen, benötigt man allerdings einen guten PC. Je nach Geschmack sollte man den „Post Processing Effekt“ abschalten. Von diesem Motion Blur, wenn man den Kopf im Spiel bewegt, wird manchen schlecht bzw. es sieht absurd aus.

Fazit:

ArmA 2 ist kein Gewinner, aber auch kein Verlierer. Durchbeißen lautet die Devise! Die Gameplaybugs stören zwar, vorallem was die eigene Team KI betrifft, doch wenn alles glatt läuft ist es eine wirklich gute Militärsimulation mit allem drum und dran. Der „Reward“ ist einfach riesig, wenn man in einer Mission vorankommt. Wer sofort die Nerven verliert, wird mit dem Spiel keine Freude haben.

Die Kampagne mit dem freien Missionsverlauf sowie der Multiplayermodus wissen zu gefallen! Das Spiel ist nichts für jedermann. Wer auf Simulationen steht sowie kein Problem damit wenn minutenlang mal kein Schuss fällt, sollte ein Auge auf ArmA 2 werfen. Wie guter Wein, muss auch auch dieses Spiel erst reifen. Am besten jeder probiert mal selbst die Demo aus, um zu sehen wie es auf seinem System läuft. Mir gefällts!

Danke an Peter Games für das Testmuster!
Es wurde die PC Version 1.02 getestet.

Post von JoeBlack | 26 Jun 2009 | 13:09 pm and tagged , , ,


Rede mit!