Red Faction: Guerrilla – Review

Red Faction revolutionierte mit seiner GeoMod Engine den Shootersektor. Alles war zerstörbar, jedes Gebäude konnte einstürzten und davon profitierte natürlich der Spielspaß.
Jetzt geht diese zerstörerische Serie mit Red Faction: Guerrilla weiter! Diesmal hat man es nicht mit einem klassischen Shooter, sondern mit einem Open-World-Game ala GTA zu tun. Ob das dem Spiel gut tut oder man lieber die Abrissbirne bereits während der Entwicklung aktiviert hätte, lest ihr in unserem granatenstarken, atomisierenden, gebäudezerreißenden Review.
Der Schauplatz von Red Faction: Guerrilla ist ein terrageformter Mars auf dem Minenarbeiter sowie die EDF (Earth Defense Force) leben. Die EDF sind keine „leiwanden Havara“, wie man in Wien sagen würde. Sie unterdrücken die Minenarbeiter und töten zum Spaß auch mal welche. Das schreit doch gerade nach REVOLUTION! Die revolutionäre Gruppe am Mars nennt sich „Red Faction“ und Alec Mason schließt sich der Truppe an. Er ist auch der Hauptcharakter im Spiel. Die Story wirkt Anfangs etwas öde, wird aber im späteren Spielverlauf besser.

Revolution! Alles ist erlaubt, alles wird gesprengt!
Nach einem netten Tutorialevel, bei dem ihr lernt wie man am besten Sachen zerstört, geht’s auch schon los. Man hat jetzt vollkommene Freiheit was man macht. Fährt man einfach mit einem Marsmobil durch die schön, gestaltete Marslandschaft herum oder hilft man der Red Faction? Dieses freie System kennt ihr sicher schon von GTA. In Red Faction: Guerrilla gibt es aber ein paar Besonderheiten.
Der Mars ist in mehrere Sektoren aufgeteilt und anhand einer Skala sieht man wie stark die EDF den Sektor kontrolliert. Zerstört man Gebäude der EDF, wichtige Stützpunkte oder tut sonst irgendwas um der bösen Organisation zu schaden, so sinkt ihre Kontrolle. Im Gegenzug wird die Red Faction immer größer. Man macht einfach alles kaputt und das ist irre genial – vorallem da die Physik wirklich sehr präzise ist. Meine Lieblingswaffe ist übrigens der Sledgehammer. Mit diesem Hammer kann man durch sehr dicke Betonwände schlagen und trifft man damit wichtige Punkte eines Gebäudes (Stahlträger, Betonsäulen) so stützt es schnell ein. Das ist noch wirkliche Handarbeit!

Achievement unlocked: Führ dich auf wie Agent Sledgehammer!
Neben diesen freiwillige Aufgaben gibt es in jedem Sektor eine paar Storymissionen sowie Zusatzaufgaben. Die Storymissionen sind ganz klar am actionreichsten und machen riesigen Spaß. Vernichte eine ganze Fliegerstaffel – man tut es. Stürzt dich in einen Artillerieschlag und rette Arbeiter – kein Problem. In Summe gesagt sind die Hauptmissionen sehr cool und bieten immer was neues. Die Zusatzaufgaben sind allerdings eine ganz andere Geschichte. Es gibt zwar viele in den Sektoren verstreut, doch im Prinzip gibt es nur ein paar Missionskategorien: Autoklauen, Gebäudesprengen, Basisstürmen, Konvoistoppen, solche Sachen eben. Es gibt sicher noch ein paar mehr, aber man wird halt immer mit den selben Aufgaben konfrontiert. Gelungen sind sie dank der zerstörbaren Umgebung eigentlich immer. Es ist einfach herrlich nach einem geglückten Sturmangriff zu sehen, wie die EDF Basis in Schutt und Asche liegt.
Hoppla das hätte ich fast vergessen! Barschrott (Teile von kaputten Objekten) ist sehr wichtig im Spiel. Man verwendet den Schrott, um neue Waffen herzustellen oder die Panzerung zu verbessern. Also immer brav sammeln. Vom Singleplayergame ist Red Faction: Guerrilla wirklich fein gemacht! Man kann seinen Zerstörungsfetisch gut ausleben.

Fahrzeuge dienen als Abrissbirne.
Natürlich gibt es ein paar Mankos: Etwas nervend ist, dass der Hauptcharakter keine steilen Hügel erklimmen kann. Ich rede jetzt nicht von einer 90 Grad Steigung, sondern von Kleinigkeiten. Da will man direkt irgendwo hin und es funktioniert deswegen nicht. Man ist gezwungen einen unnötigen Umweg zu gehen. Gerade wenn man dabei ist zu flüchten, kann das ziemlich frustrierend sein.
Ebenso muss man die Zusatzaufgaben lösen, um weitere Storymissionen freizuschalten. Es werden zwar nicht alle benötigt, doch pro Sektor kommt einiges zusammen. Das ist sicher nicht jedermanns Geschmack! Nicht ganz so gut wie das Hauptspiel ist der Multiplayermodus. Es ist zwar weiterhin alles zerstörbar, doch das Gameplay passt hier einfach nicht. Es ist zwar nett im Deathmatch oder den anderen Modi zu spielen, aber von einem Multiplayerkracher ist das noch weit entfernt.

Auch Roboter starten eine Revolution. Hoffentlich ohne SkyNet!
Außerordentlich gut ist hingegen wieder die Technik! Die Grafik sieht toll aus, jeder Sektor bietet irgendeinen anderen Augenreiz und die Framerate bleibt konstant. Okay wenn hunderte Sachen explodieren bricht sie manchmal runter, aber das sind Einzelfälle. Die Ladezeiten sind übrigens auch richtig Flott.
Fazit:
Red Faction: Guerrilla ist ein richtiger Überraschungshit! Sieht man mal vom mittelmäßigen Multiplayermodus ab, so erwartet einen ein richtig lustiges Spiel, bei dem man eigentlich alles kaputt macht. Eben das ist das geniale an Red Faction – alles zu zerstören, zu toben wie man will! Untermalt wird dieses Feature auch durch coole Missionen. Wer ein etwas anderes Open-World-Game sucht, ist bei Red Faction: Guerrilla genau richtig.
Ich spreche hier auch eine klare Kaufempfehlung für Fans des Actiongenres aus. Klar handelt es sich hier nicht um ein episches Spiel wie ein GTA IV, doch es macht Spaß. Das ist ja schließlich das wichtigste an einem Game. Achja: Lasst euch nicht von der Demo blenden. Die sagt nämlich nichts über die Vollversion aus!
Es wurde die X360 Version getestet.
Danke an THQ für das Testmuster!















hab das spiel schon seit einiger zeit im blickfeld. open world + zerstören + revolution = fucking awesome!