Hands On: nVidia-Samsung 3D Vision

Die Grafik in Videospielen verbessert sich immer weiter, doch eins ist immer gleich geblieben: Den Spielen fehlt eine optische Tiefe. Objekte erscheinen „Platt“ am Bildschirm und das ist unnatürlich.
Mittels der 3D Vision von nVidia und dem Syncmaster 2233RZ Monitor von Samsung werden Games nun auf ein neues optisches Level gebracht. In Frankfurt konnte man dieses Spielerlebnis testen und jetzt gibt es den RandomRocket Bericht dazu.
Stop, Stop, Stop. Ich weiß jetzt wird’s ein paar Leute geben die sagen: „3D Gaming ist doch ein alter Hut! Das gabs schon zu GeForce 3 Zeiten und man brauchte eine Brille von ELSA.“ Das stimmt natürlich, nur die Technik hat sich jetzt wesentlich gemausert.
Damals bekam man richtig Kopfweh davon und das Bild war viel zu unscharf. Warum? Weil die Monitore zu schlecht waren und keine 120Hz verarbeiten konnten. Jetzt ist das ganze aber möglich!

Die sagenhafte 3D Vision Brille. Schaut cool aus!
Für alle die nichts unter 3D Gaming verstehen, sollten sich das folgendermaßen vorstellen: Das Bild aus dem Game wird doppelt, versetzt dargestellt und eine 3D Brille fügt diese Bilder fürs Auge wieder zusammen. Dadurch entsteht eine räumliche Tiefe, egal im welchen Spiel! Man kann sozusagen in die Szene „reingreifen“ bzw. Objekte kommen aus dem Monitor heraus. Wie im 3D Kino eben.
Beim „Hands on 3D Event“ in Frankfurt, zu dem eine handvoll Journalisten eingeladen wurden, waren einige Games mit der 3D Vision spielbar und im Absatz gibts gleich die Ersteindrücke dazu:
World of Warcraft: Es ist unglaublich, aber WoW ist das erste richtige 3D Vision Spiel. Blizzard hat sofort mit nVidia zusammengearbeitet und innerhalb von wenigen Wochen einen Patch dafür rausgebracht. Bei World of Warcraft ist der 3D Effekt sehr gut. Zoomt man beispielsweise ganz nahe an den Charakter so kommen seine Rüstungsteile aus dem Monitor heraus. Sehr cool und es funktioniert ausgezeichnet!
Mirror’s Edge: Ganz ok ist das 3D Gaming bei Mirror’s Edge. Ja man kann sprichwörtlich direkt in die Großstadt reingreifen, doch da sollte wesentlich mehr drinnen sein. Die Farbgebung irritiert etwas.

Nein Faith aus Mirror’s Edge ist nicht besoffen. So schaut die Darstellung für den 3D Effekt aus!
Tomb Raider Underworld: Wenn Lara taucht kommen Luftbläschen entgegen und vorallem die Zwischensequenzen profitieren von der 3D Vision. Diese wirken dadurch noch spektakulärer.
Burnout Paradise: Oh mann, mit der 3D Brille ist ja Burnout noch schneller! Man sieht jetzt wunderschön den Streckenverlauf und taucht richtig ins Renngeschehen ein. Das könnte allgemein für Racingtitel sehr, sehr interessant werden.
Left 4 Dead: Etwas enttäuschend war Left 4 Dead. Das Gameplay ist zwar noch immer lustig auch in 3D, doch hier stört die Brille. Das Spiel wird viel zu dunkel und die Namen der Mitspieler stechen viel zu sehr heraus. Da müsste man noch einiges optimieren.

Dieses Kästchen ist zur manuellen Einstellung der Objekttiefe da. Man sieht das Infrarot, hui!
Nvidia ist derzeit sehr bemüht mit sovielen Entwicklern wie möglich eine 3D Anpassung vorzunehmen. Man darf gespannt sein was da rauskommt. Derzeit hängt es wirklich noch von den Titeln ab, ob die 3D Vision sinnvoll ist oder nicht. Dieser Faktor könnte aber in ein bis zwei Jahren (reine Vermutung) minimiert werden. Das System ist ja noch ganz neu und die Entwickler müssen sich damit erst beschäftigen.
Welchen Preis hat denn dieser 3D Spaß? Da diese Technik ausschließlich mit einem 120Hz Monitor funktioniert und nur Samsung sowas derzeit hat, muss man ca. 300 Euro für dieses Teil berappen. Hinzu kommt natürlich noch die Brille für etwa 170 Euro. Ati Besitzer können sich das ganze sowies abschminken. 3D Gaming wird nur von nVidia Grafikkarten unterstützt.

In der Techdemo bewegt sich das nVidia Logo aus dem Bildschirm. Da geht man automatisch in Deckung.
Den Preis, den man aber nicht in Euro messen kann, ist der Performanceeinbruch von 30 bis 40 Prozent. Sprich wen man weiterhin auf hohen Details spielen will, dann muss der Rechner (je nach Game natürlich) ziemlich gut sein. Ansonsten muss man die Qualität runterschrauben, um 3D Gaming flüssig zu genießen.
Fazit:
Ohne Frage 3D Gaming ist die Zukunft der Videospiele. Auf dem Event haben nVidia sowie Samsung gezeigt, dass die Technik sich wesentlich verbessert hat und der Ersteindruck gigantisch ist. Man sieht Spiele aus einem völlig neuen Blickwinkel. Das ist so wie der Sprung von VHS auf DVD bzw. von SD auf HDTV.
Wie allerdings alle Vorreiter eines neuen Systems muss man sich noch etwas gedulden bis die Spiele Industrie darauf aufspringt. Der Preis ist derzeit für den Durchschnitts Gamer hoch angesetzt und daher wird sich 3D Gaming sicher nicht von heute auf morgen durchsetzen. Es muss auch ein totales Umdenken bei den Game Entwicklern stattfinden! Vorallem was das Artdesign sowie die Farbwahl angeht, denn mit der 3D Vision sieht man nunmal alles anders. Blizzard hats immerhin geschafft.
Wichtig ist aber, dass das Grundgerüst super funktioniert! Ich hoffe und ich glaube auch, dass nVidia sowie Samsung alles versuchen werden diese Technik voranzutreiben. Beeindruckend ist sie nämlich wirklich.
Danke an nVidia und Samsung für das tolle Event!















Nichts für ungut, aber so einen unreflektierten, hypenden Artikel bin ich von Randomrocket nicht gewohnt.
Zu Erst mal als Erklärung, wie das Stereorendering wirklich funktioniert:
Anstatt dass die einzelnen Frames immer von einem Augpunkt aus gerendert werden, wird jeder Frame 2x berechnet – und zwar mit zwei leicht versetzten Augpunkten, um die zwei verschiedenen Bilder für die menschlichen Augen zu simulieren. Daher auch der 120hz Monitor – die beiden Bilder werden immer abwechselnd dargestellt.
Die Brille setzt diese Bilder dann nicht zusammen, sonder schliesst synchron zum Monitor 60 mal pro Sekunde je eine Seite mit einem Shutter, damit das andere Auge das angezeigte Bild nicht wahrnimmt.
Das ist auch eines der Probleme des Systems – durch das ständige verdunkeln der Brille geht viel Kontrast verloren – zwar nimmt das Auge das Flackern kaum wahr, aber die Farben wirken alle deutlich stumpfer. Das bedeutet eine deutliche Verschlechterung des (bei LCDs sowieso schon meistens etwas eingeschränkten) Farbraums.
Das viel größere Problem ist aber, das man nach längerem Spielen Schädelweh bekommt, und zwar weil dem Hirn zwar stereoskope Bilder vorgegaukelt werden, die Einzelbilder aber in Wirklichkeit eben doch “flach” sind. Dadurch versucht das Auge ständig auf eine bestimmte Bildebene zu fokussieren, was aber eben nicht geht – ziemlich anstrengend und ermüdend. Vielleicht ist das beim kurzen Ausprobieren beim NVidia Event nicht aufgefallen, aber auf der TU Wien gibt es schon seit Jahren ein ähnliches System (funktioniert allerdings mit 2 Beamern, die drehpolarisiertes Licht aussenden, die Brille hat dann einfach zwei entsprechende Polfilter). Damit konnte ich schon länger herumexperimentieren, und spät. nach 30min kann man kaum noch hinsehen.
Die erste Wirkung ist zwar unheimlich geil, aber für den Alltag ists leider unbrauchbar.
Ich hab den Artikel ja nicht geschrieben, und deine Kritik ist sicherlich berechtigt, aber bist du dir sicher dass das genau so funktioniert wie das Ding auf der TU?
Logischerweise müssen nVidia und Samsung ja eine etwas andere Technologie verwenden, sonst kauft ihnen das ja keiner, wenn es nach 30 Minuten kaum noch zu ertragen ist.
ja, den shutterbrillenspaß hatte Elsa vor 7 Jahren oder so schon mal, und da wars auch fürn Hugo :/
Kritik ist immer gut! Ich wollte im Artikel das Bildhaft erklären und nicht komplett auf technische Finessen eingehen. Am Anfang wollt ich auch schreiben, dass Spiele die Z Achse analyiseren, um Objekte räumlich richtig darzustellen (WoW macht das) aber dann habs ichs gelassen. Es geht ja schließlich um den Effekt und was man eigentlich sieht.
Bei der ELSA hat man damals schon nach kurzer Zeit Kopfweh bekommen – hatte ich ja selbst daheim. ^^
Die 3D Vision von nVidia ist aber wirklich ausgereifert. Es kommt jetzt nur drauf an was die Spieleentwickler machen.
Noch ist es für den Alltag unbrauchbar, weil die Software noch nicht drauf optimiert ist (hab ich auch im Artikel stehen), aber das Grundgerüst ist da. Das Bild schaut wirklich super aus.
@oargestory: Ja, abgesehen davon, dass wir auf der TU polarisiertes Licht und Polfilter statt Shutterbrillen verwenden, ist das Prinzip 100% dasselbe. Am VRVis Forschungszentrum hab ich auch mal mit Shutterbrillen gearbeitet, ist wirklich genau das gleiche.
@JoeBlack: Was du glaub ich meinst ist, dass statt normalen, symmetrischen View Frustren (kann man sich als “4eckige Kegel” vorstellen, die die Sichtstrahlen vom Augpunkt in den Raum darstellen) asymmetrische verwendet werden, damit die Bildausschnitte der beiden Augen deckungsgleich sind. Diese Methode ist relativ neu…Egal, jedenfalls wirds damit schon viel besser, damit bekommt man zumindest nicht instant schädelweh
Das Problem, dass man nicht fokussieren kann, wird damit aber nicht gelöst, d.h. nach längeren Sessions wirds sicher sehr anstrengend.
Ich kann mir zwar vorstellen, dass sich das Auge daran gewöhnt und aufhört zu fokussieren (so wie man sich ja auch nach 1-2 Tagen an vertikal gespiegelte Bilder gewöhnt), aber ich bezweifel, dass das eine gute Idee ist
Schauen wir einfach wies der Markt aufnimmt.
Wenn jeder davon Kopfweh bekommt, dann wird sich das schon zeigen. Samsung hat mir bei diesem Event geflüstert, dass es Prototypen von HDTVs mit integriertem “3D Vision” gibt. Funktioniert aber nur bei 3D Filmen/Games, 2D kann der nicht darstellen. Vielleicht ist das ja in naher Zukunft die Lösung.
Jo, wir werdens eh sehen
Funktionieren die HDTVs nach dem gleichen Prinzip? Also die doppelte Framerate + Shutterbrille?
Und gibts den Samsung 120hz Monitor eigentlich nur in 22″ oder auch größer? Weißt du zufällig ob man die 120hz auch konventionell nutzen kann (also ein übliches Bild mit 120hz anzeigen kann) oder ob das nur im Stereomodus mit 2x 60hz möglich ist?
Die HDTVs brauchen diese Shutterbrille nicht. Ich glaub (habs nur so nebenbei mitbekommen), dass das Prinzip ziemlich das selbe ist. Die “Brille” pickt einfach am HDTV als eine Art Extraschicht. Das ist aber noch komplett in Entwicklung. Noch was zu HDTV: OLED ist übrigens auch stark im Trend!
Den Samsung Monitor kannst du ganz normal in 120Hz laufen lassen und derzeit gibt es ihn nur in 22″. Größere sind aber geplant. Die 120Hz sollen vorallem bei raschen Kamerabewegungen in Filmen für ein besseres Bild sorgen. Bestätigen kann ich dir das nicht, da ich auf den Monitoren keinen Film gesehen hab
@HDTV: Würd mich interessieren wie das funktionieren wird. Shutter direkt am TV kann ich mir schwer vorstellen, es muss ja jedes Auge abwechselnd “abgeblendet” werden. Es gibt aber auch 3D Monitore mit ganz anderer Technologie, vielleicht ists sowas: http://www.golem.de/0806/60237.html
OLED wird geil, momentan halt noch viel zu teuer und was ich weiß nicht besonders lange haltbar.
@120hz: Zum Spielen wärs schon leiwand, mehr als 60hz zu haben. Die berechneten Zwischenbilder bei Filmen funktionieren bei meinem Samsung 100hz HDTV ganz gut, nur wenn die Bewegungen sehr inhomogen sind (z.B. Kamera dreht sich schnell um eine Person -> Kaum Bewegung im Vordergrund, viel im Hintergrund) fangen die Objekte im Vordergrund zum Ghosten an (Noch schlimmer beim Spielen, besonders bei schnellen Bewegungen mit fixem Fadenkreuz). Da gibts sicher noch viel Verbesserungspotential, die Zwischenbilder können sicher intelligenter berechnet werden.
Wie gesagt kann nicht genau sagen wie das mit den 3D HDTVs genau funktioniert. Hab das ja nur nebenbei mitbekommen
Die 100Hz bei einem HDTV (und die 200Hz bei Sony) sind nur ein Schmäh. Sind nämlich keine echten 100Hz; da wird mit Tricks gearbeitet. Ich fands verblüffend, dass Samsung mir das verraten hat
Die 120Hz beim Monitor sind aber echt!
Ähm… zufälliger weise war ich auch dort und wir hatten knapp 4 Stunden Zeit die Dinger anzutesten… also so furchtbar gings meinen Kopp nich… nicht mehr wie sonst auch.^^
Zum Kontrast muss erwähnt werden das der Monitor ein Verhältnis von 20.000:1 hat… also zu dunkel wird es nur ganz selten.
Hallo! ^^
Bei L4D wurde es zu dunkel. Ist aber klar warum