The Path // Review

Wie schon in unserem Hands-On erwähnt, ist The Path ein ganz besonderes Projekt der Entwickler von Tale of Tales, welches ohne viel Bumm, Tschack und sogar ohne “iiiin die Goschn” auskommt. Wer das nicht wahrhaben will, liest weiter. Alle anderen auch. Das ist ein Befehl!
Ein Review über The Path zu schreiben, ist wahrscheinlich genauso schwer, wie einem Blinden die Farbe rot näher zu bringen. Spiele in Worte zu fassen, welche weder Gameplay noch einen Handlungsstrang bieten, ist genauso wenig alltäglich, und hier beginnt nicht nur das Dilemma des Reviewers, sondern auch das Dilemma des Spielers.
Obwohl The Path ganz sicher etwas Besonderes ist, muss sich der Spieler schon vor dem Start des Spieles bewusst sein, auf was er sich hier einlässt. Hier wird keine durchgehende Story geboten, es gibt keine Action und es gibt keine gesprochenen Dialoge. Die einzigen Dinge die ihr tun könnt sind gehen, laufen, mit ein paar Gegenständen interagieren und sterben. Na gut, ihr könnt eure kleine Reise auch überleben, aber wer will das schon?
The Path wartet nicht mit einem Startbildschirm auf, ihr werdet sofort zu der Charakterauswahl katapultiert, wo ihr euch eines von 6 kleinen Mädchen (hier: Opfer) aussucht. Nach einem kleinen Intro befindet ihr euch auf dem Pfad, der zu Großmutters Haus führt. Jetzt stellt sich die Frage ob ihr den Weg einfach entlangwandert, oder ob ihr in den Wald “spazieren” geht.

Harte Gangster entscheiden sich natürlich für die zweite Möglichkeit. Im Wald angelangt, werdet ihr zuerst mit dem Nichts konfrontiert. Alles sieht gleich aus, lediglich kleine Blumen die ihr aufsammeln könnt geben euch Hinweise wo ihr den nächsten Ort findet. Von diesen Locations gibt es insgesamt 6, darunter ist ein verlassener Spielplatz, ein Campingplatz mit Lagerfeuer und auch ein Friedhof. Um euren Wolf (euren Nemesis, sozusagen) zu finden, müsst ihr mit jeder der Gören den richtigen Schauplatz aufsuchen. Dort angelangt, zeigt euch eine kleine Introsequenz, in welcher Form ihr euren Henker zu sehen bekommt. Interagiert ihr nun mit ihm, findet ihr euch erschöpft und fast tot auf dem Pfad wieder.
Von dort aus geht es schleppend und langsam zum Haus eurer Oma. Dort angelangt, wechselt das Spiel in die Egoperspektive, und ihr könnt euch nur noch Klick für Klick durch die Hütte bewegen. Jeder Druck auf eine Taste repräsentiert hierbei einen Schritt des jeweiligen Mädchens, welches kurz vor dem Kollaps steht. Habt ihr euren müden Körper endlich weit genug geschleppt, werdet ihr von eurem Wolf freudig begrüßt und je nach Charakter zerstückelt, verbrannt, etc.

So morbide wie sich das “Gameplay” hier auch anhört, so morbide ist auch die Atmosphäre und der Stil, der hier gewählt wurde. Egal ob man das Charakterdesign ansieht, oder den Wald und Großmutters Haus, alles sieht nach Verderben und Tod aus. Das schlägt sich auch im Feeling nieder, welches man beim Spielen verspürt. Mehr als einmal musste ich aufhören, weil das bedrückende Gefühl zu stark wurde. Der minimalistische Sound trägt sein Übriges dazu bei: man hört den Herzschlag, das Lachen von Mädchen und ab und zu eine dramatische Melodie. Jedes mal sitzt der erklingende Effekt aber perfekt.

Fazit: The Path ist ein Spiel, welches von mir als Reviewer keine klare Empfehlung bekommt (bekommen kann), da den meisten Menschen hier viel zu wenig Gameplay geboten wird. Damit man dieses Projekt genießen kann, muss man sich ganz bewusst darauf einlassen. Tut man dies, bekommt man eine eigenartige Mischung aus Wandersimulation mit ganz viel morbider Atmosphäre und auch einer Prise Horror serviert. Diese ist auch ziemlich gut, leider habe ich, dsas Gefühl dass es für den Massenmarkt einfach nicht reichen wird. Natürlich wünsche ich Tale of Tales nur das Beste, schon alleine weil sie so badass sind, ein Spiel wie The Path releasen obwohl sie wissen, dass man damit wahrscheinlich nie Umsatz machen wird.
Persönlich hat mir diese eigenartige Reise aber sehr, sehr gut gefallen und ich würde nicht zögern, es meinen Freunden zu zeigen und sie eventuell zu einem Kauf zu überreden, da ich denke dass man, auch wenn man dieser Idee komplett abgeneigt ist, um 9$ hier seinen Spaß finden kann.
Das Spiel kommt übrigens morgen, dem 18. März, heraus und kann über die Seite von Tale of Tales, Direct2Drive und Steam erworben werden.
Danke an Tale of Tales für das Testmuster!















7,90 kostets übrigens in euries – vielleicht lernt die welt ja doch noch $/€ umrechnung?
Die Welt beherrscht die ja schon, Steam braucht da nur ein bisschen länger.
In der Hinsicht is Valve fürn oasch.
Die ganzen Indiegames sind mittlerweile angepasst.
indiegames-käufer sind halt zu klug um sich vaoaschen zu lassen
Valve bestimmt ja die Umrechnung soweit ich weiß. Die meisten Publisher werden die Pappn halten weil sie so selber mehr kassieren (wobei dadurch viele Käufer flöten gehen und eher das Gegenteil eintritt…naja Publisher-Logik kennt man ja schon von “1 Raubkopie = fix verlorene 69,90€”).